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LABVOLUTION 2019, 21.-23. Mai
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Anwendungen/Forschung Biotechnologie

Wer heilt, hat - einen Chip!

Um maßgeschneiderte personalisierte Medizin auf kleinstem Raum zu ermöglichen, vereint die CellChipGroup an der TU Wien komplexe Biologie mit der Chiptechnologie. Auf der LABVOLUTION 2017 stellen die Österreicher nun der internationalen Fachwelt erstmals einen Chip für Wundheilungs-Messungen vor.

14.05.2017
TU_Wien_Lab-on-chip

Die integrierten Strukturen des winzigen Bio-Chips der Technischen Universität Wien, mit dem man Wundheilung gezielt untersuchen kann, sind im Grunde ein ausgewachsenes Labor. Sie stellen alles zur Verfügung, was zur Ermittlung relevanter Messdaten benötigt wird, und sie übernehmen die Aufgaben eines hoch qualifizierten Labor-Personals gleich mit. Auf diese Weise sollen medizinische Untersuchungsergebnisse kostengünstiger und schneller verfügbar sein und damit ein entscheidender Schritt in Richtung individualisierte Medizin getan werden.

"Oft verlässt man sich in der Medizin auf Prognosen, die bloß auf Mittelwerten beruhen", sagt Prof. Peter Ertl vom Institut für Chemische Technologien und Analytik der TU Wien. "Doch eigentlich wären individualisierte Ansätze wichtig, die spezielle körperliche und molekulare Eigenheiten der betroffenen Einzelperson berücksichtigen." Wertvolle Erkenntnisse werden heute in der Regel dadurch gewonnen, dass für eine Diagnose Zellen einer Person entnommen und in einer konventionellen Zellkultur vermehrt werden, bevor man anschließend Analysen durchführen kann. Die Forscher der CellChipGroup an der TU Wien haben nun jedoch miniaturisierte Systeme entwickelt, die dieses Verfahren nicht nur einfacher und kostengünstiger machen sollen, sondern obendrein auch noch physiologisch genauere Ergebnisse liefern könnten. Mit Hilfe kleinster Kanäle - so genannter Mikrofluidik - ahmen die Wiener Forscher dafür die wichtigsten biologischen Bedingungen wie Temperatur, Druck und Flussraten nach, um den am Chip lebenden Zellen eine möglichst realitätsnahe Umgebung zu bieten. Mit diesen Zellen sollen sich dann mechanische Belastungen und Verletzungen simulieren lassen, die am Chip mit Hilfe integrierter Aktuatoren naturgetreu nachgestellt werden - eine revolutionär zu nennende Technologie, die es ermöglichen könnte, Heilungsverläufe verlässlich und genau zu untersuchen. In Hannover auf der LABVOLUTION 2017 informieren die Wiener unter anderem detailliert über ihr miniaturisiertes Wundheilungssystem, mit dem individualisierte Erkenntnisse über die Wirksamkeit beziehungsweise über die Nebenwirkungen von Medikamenten gewonnen werden können.

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